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Archäologische Forschungen in Tiryns

Kurzbeschreibung:

Im Auftrag der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Institutes leitet J. Maran seit 1994 das archäologische Projekt zur Erforschung von Tiryns in der Argolis.
Der unweit der Bucht von Nafplion gelegene Felsrücken von Tiryns erhebt sich bis zu einer Höhe von fast 30 m aus der Ebene von Argos. Hier hatten schon Heinrich Schliemann und Wilhelm Dörpfeld, auf der Suche nach den Schauplätzen der homerischen Epen, zwischen 1876 und 1885 Ausgrabungen durchgeführt und dabei auf dem höchsten Teil des Felsens, der sog. Oberburg, einen mykenischen Palast freigelegt, der um 1200 v. Chr. durch eine Brandkatastrophe zerstört worden war. Diese und die späteren Grabungen zwischen 1905 und 1929 unter der Leitung von Dörpfeld, Kurt Müller und Georg Karo begründeten den Ruf von Tiryns als eines der wichtigsten Zentren des bronzezeitlichen Europas, der im Jahre 1999 durch die Eintragung des Ortes in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO internationale Anerkennung fand.

Abb.1 Luftbild von Tiryns, Photo: Myers
Zyklopische Mauer
Abb.2 Zyklopische Befestigungsmauer - Südwestabschnitt
Im Laufe der mykenischen Palastzeit (ca. 1400-1200 v. Chr.) erhielt die Akropolis von Tiryns ihre auch heute noch bestimmende Gliederung in eine Ober-, Mittel- und Unterburg. Um die Mitte des 13. Jhs. v. Chr., und damit nur rund 50 Jahre vor der endgültigen Zerstörung des Palastes, wurde in Tiryns ein ehrgeiziges Bauprogramm in die Tat umgesetzt. In dieser Zeit entstanden architektonische Glanzleistungen wie die in zyklopischer Technik ausgeführte Befestigungsmauer, (Abb.2), die Westtreppe, die sog. Galerien (Abb.3) und die beiden Brunnengänge der Unterburg.
Während sich die Forschungsaktivitäten der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg auf die Oberburg mit dem mykenischen Palast konzentrierten, konnte die Bedeutung der Unterburg in mykenischer Zeit erst durch die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Ausgrabungen unter der Leitung von Klaus Kilian von 1976 bis 1983 aufgeklärt werden. Dabei zeigte sich, daß dieser Teil der Akropolis sowohl in der palatialen als auch in der nachpalatialen Zeit (ca. 1200-1050 v. Chr.) eine dichte Bebauung trug und in übergeordnete architektonische Konzepte eingebunden war. In den Jahren 1984 und 1985 führten Ausgrabungen von Kilian auf der Oberburg zur Erkenntnis, daß das für den Palast des 13. Jhs. v. Chr. kennzeichnende Nebeneinander von Megaronbauten unterschiedlicher Größe bereits einem Vorgängerpalast aus dem 14. Jh. v. Chr. eigen war (Abb.5). Ostgalerie
Abb.3 Blick in den Korridor der Ostgalerie
Architektonische Entwicklung
Abb.5 Stationen der architektonischen Entwicklung der Akropolis von Tiryns zwischen ca. 2500 und 1050 v. Chr.
Neben der mykenischen Zeit bildet das Frühhelladikum (3100/3000-2000 v. Chr.) den zweiten wichtigen vor-eisenzeitlichen Besiedlungsabschnitt in Tiryns, wobei vor allem die Stufen Frühhelladisch (FH) II und III nennenswerte Spuren hinterlassen haben.
So wurde im jüngeren FH II (ca. 2500-2200/2150 v. Chr.) genau an der Stelle, an der sich ca. 1000 Jahre später das Zentrum des mykenischen Palastes befinden sollte, der gewaltige und in seiner Funktion noch immer umstrittene "Rundbau von Tiryns" errichtet (Abb.5, 6).
Frühhelladischer Rundbau
Abb.6 Ausschnitt des Fundamentes des früh- helladischen Rundbaus nach der Konservierung 1997